Presse Susanne Sahli ist in Grenchen und Hongkong gleich zu Hause

Die Grenchner Unternehmerin sprach am Mittwoch beim Solothurner Standortmarketing-Klub «Savoir vivre». Susanne Sahli lebt in Grenchen und Hongkong.

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Grenchner Tagblatt

Susanne Sahli Speaker Savoir Vivre

9289 Kilometer trennen Grenchen (17’000 Einwohner) von Hongkong (7,3 Mio. Einwohner). «Diese 7,3 Millionen leben allerdings auf einer Fläche, die so gross ist wie der Kanton Uri», erläuterte Susanne Sahli einen von zahlreichen grossen Unterschieden der beiden Orte. Von 2002 bis letztes Jahr lebte die Grenchnerin Susanne Sahli in der chinesischen Sonderverwaltungszone und hat dort ab 2006 ihre HR-Firma «True Colors» aufgebaut, die sich um die Integration von sogenannten «Expats» kümmert.

Das sind ausländische Geschäftsleute, die im Auftrag ihrer Firma nach Hongkong geschickt werden, um dort beispielsweise ein Asiengeschäft aufzubauen oder zu leiten. Um das scheitern im doch sehr andersartigen kulturellen und geschäftlichen Umfeld möglichst zu verhindern, stehen Sahli und ihre Mitarbeiter den Newcomern mit Rat und Tat zur Seite. Sie ist auch im Vorstand der Schweizer Handelskammer in Hongkong, wo inzwischen etwa 2000 Schweizer leben.

«Mit 60 kg Übergepäck und einer grossen Portion Neugier» sei sie 2002 selber nach Hongkong übersiedelt, berichtete Sahli, die ihre Ausbildung ursprünglich in der Reisebüro-Branche machte. Die Stadt ist zu ihrer zweiten Heimat geworden. «Von hier aus kann die Hälfte der Weltbevölkerung in fünf Flugstunden erreicht werden», was auch der Grund sei, wieso viele Unternehmen sich hier ansiedeln. Nicht immer kämen die Expats aber gleich gut an. Probleme würden oft im familiären Bereich auftauchen, denn in Asien ein Geschäft aufzubauen, sei kein Schleck und erfordere hohes Engagement. In China drängen jährlich 20 Mio. junge Menschen auf den Arbeitsmarkt und immer mehr sind auch gut ausgebildet.

Die harte Konkurrenz, lange Arbeitstage (7 Stunden Zeitdifferenz zu Europa, viel Networking, Mentalitätsunterschiede) überfordern mitunter die Geschäftsleute oder ihre Angehörigen. Manche kämen auch mit dem feuchtheissen Klima nicht zurecht. «Die Auswahl des Personals für solche Auslandeinsätze erfordert deshalb grosse Aufmerksamkeit», betont Sahli.

Wie Yin und Yang

In Hongkong erwartet sie aber anderseits eine quicklebendige Stadt mit einem immensen Angebot von 12’000 Restaurants, viel Kultur und Ausgehmöglichkeiten. Sahli zog in verschiedenen Bereichen einen Quervergleich zwischen Hongkong und Grenchen, das mit Beschaulichkeit, sauberer Luft, Verkehrsanbindung und Naherholung punkten kann. «Die beiden Orte sind wie Yin und Yang, Gegensätze, die beide ihren Reiz haben», meinte Sahli.

Der 2015 gegründete Klub Savoir vivre im Espace Solothurn stellt sich die Aufgabe, Auswärtigen, die in Solothurn aufgrund der Arbeit Fuss fassen, den Einstieg in die Region zu erleichtern, wie Präsidentin Karin Heimann erläuterte. Dies erfolgt durch Networking-Anlässe, wie den nun erstmals in Grenchen durchgeführten, und ein Lifestyle-Magazin speziell für die Region Solothurn, das Ausgeh- und Konsumtipps vermittelt und Menschen in der Region porträtiert.

Zum Schluss des Abends stellte Enzo Armellino, Leiter der Geschäftsstelle Grenchen der Regiobank Solothurn, sein Unternehmen vor. «Wir sind zwar nicht die grösste Bank in Solothurn, aber mit Gründungsjahr 1819 die älteste.»